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15.03.2022

Neues vom Eichstätter Dom: Ein Epitaph zieht um

Kunsthistorikerin Claudia Grund zeigt auf die Stelle, an der zukünftig das Eybsche Epitaph hängen wird

Kunsthistorikerin Claudia Grund zeigt auf die Stelle, an der zukünftig das Eybsche Epitaph hängen wird. Foto: Anika Taiber-Groh/pde.

Eybsche Epitaph

Das Eybsche Epitaph aus dem Jahr 1483. Foto: Claudia Grund.

Eichstätt. (pde) – Um den Eichstätter Dom künftig barrierefrei zugänglich zu machen, wird – wie berichtet – im Zuge der laufenden Arbeiten das seit 50 Jahren vermauerte Portal im Nordquerhaus wieder geöffnet. Im Inneren kann künftig der Innenraum über einen Aufzug mühelos erreicht werden. Dafür muss eines der schönsten und wertvollsten Grabdenkmäler des Eichstätter Domes weichen: Das Epitaph für vier Familienmitglieder derer von Eyb wird um einige Meter behutsam ausgebaut und versetzt.

„Das große spätgotische Denkmal dürfte um 1483 entstanden sein und zeigt ein Hochrelief der stehenden Himmelskönigin, die von zwei Engeln bekrönt wird“, beschreibt die Kunsthistorikerin Claudia Grund, Leiterin des Fachbereiches Kultur und Denkmalpflege im Bistum Eichstätt. „Maria wird flankiert durch die Heiligen Katharina und Barbara. Im Sockel knien vier betende Eichstätter Kanoniker, bei denen es um Wilhelm (gest. 1453), Johann (gest. 1466), Albert (gest. 1475) und Sigmund (gest. 1483) von Eyb handelt. Laut der Inschrift dürfte das Grabmal beim Tod Sigmunds entstanden sein.“ Das Denkmal stellt eine Besonderheit dar, weil es bis heute die wohl weitgehend originale und kräftige Farbenpracht seiner Entstehungszeit zeigt.

Das Epitaph hat bereits mehrfache Umzüge hinter sich. Ursprünglich befand es sich an der Nordwand des Mortuariums, der Grablege des Domkapitels. Um 1940-42 wurde es in das Nordquerhaus verbracht und links neben dem damals noch existierenden Zugang eingemauert. Als man im Rahmen der Restaurierung von 1972-75 die Querhäuser durch Abbruch der Lettnerwände frei stellte, wurde der Zugang vermauert und an seine Stelle das Eybsche Epitaph gesetzt.

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