Angesichts weltweiter Krisen, politischer Unsicherheiten und tiefgreifender Veränderungen in Kirche und Gesellschaft sprach Rottler von einer „bewegten Zeit“. Dennoch warnte er davor, den Mut zu verlieren:
Es hilft nicht weiter, zu jammern und zu klagen, weil die Zeit schwierig ist und wir verschiedene Rückgänge zu verkraften haben.“
Man müsse die Situation ernst nehmen, dürfe sich aber nicht von der aktuellen Lage runterziehen lassen. „Wir sind ja nicht die Herren der Kirche.“ Vielmehr gelte es, zu vertrauen: „Der Herr der Kirche ist ein anderer: Es ist Jesu Christi Kirche, und wir dürfen vertrauen, dass der Herr auch heute mit seiner Kirche geht und ihr hilft, die gegenwärtige Krise zu bestehen, freilich nicht ohne uns.“
Besondere Hoffnung setzt der Diözesanadministrator auf kleine, oft unscheinbare Aufbrüche vor Ort. „Es kommt auf die an, die sich rufen lassen und mitmachen“, sagte Rottler und verwies auf Ministrantenaufnahmen, Familienkreise, Kinderkirchen oder neue Initiativen in den Pfarreien. Diese Zeichen gelte es wahrzunehmen und zu fördern. Mit Blick auf die Pfarrgemeinderatswahlen 2026 rief Rottler zur aktiven Mitgestaltung auf: „Jetzt ist die Zeit“, betonte er und unterstrich, dass das Engagement im Pfarrgemeinderat „ein konkreter Ausdruck ist, die Berufung aus Taufe und Firmung zu leben“. Der Pfarrgemeinderat sei zudem ein synodales Gremium. Er ermunterte die Gläubigen, sich für diesen Dienst zur Verfügung zu stellen.
Zum Abschluss stellte Rottler das Vertrauen in Gottes Wirken über alle Zeiten hinweg in den Mittelpunkt und zitierte das Buch Kohelet aus der Bibel: „Gott hat alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan.“ Anders formuliert könnte man sagen: „Alle Zeit liegt in Gottes Händen – jede Zeit ist Gottes Zeit, auch die unsere.“ Auch wenn man den Eindruck habe, dass vieles drunter und drüber gehe, dass die Welt aus den Angeln gehoben werde, „so dürfen wir dennoch der Überzeugung sein, dass Gott auch unsere Zeit in seinen Händen hält, dass er führt und leitet, oft auf geheimnisvolle Weise. Ihm übergeben wir die Zeit des Jahres 2025 und auch die Zeit von 2026.“








