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24.12.2025

„Gottes Größe zeigt sich im Kleinsein“

Jesuskind und Heilige Familie

Die Krippe im Eichstätter Dom

Eichstätt (pde) – Weihnachten erzählt von einem Gott, der klein wird, um den Menschen nahe zu sein. Diese Botschaft stellte Diözesanadministrator Dompropst Alfred Rottler in den Mittelpunkt der Christmette an Heiligabend im Eichstätter Dom. „Gottes Größe zeigt sich im Kleinsein“, sagte Rottler. An Weihnachten werde deutlich, „dass Gott es nicht nötig hat, sich seine Größe und Allmacht herauszuhängen“, sondern als schutzloses Kind in Bethlehem zur Welt komme – fernab von Macht und Glanz.

In seiner Predigt betonte Rottler, dass Gott im Kind von Bethlehem den Menschen ganz nahe komme. Er zitierte den verstorbenen Papst Benedikt XVI., der die Menschwerdung Gottes als Ausdruck einer wehrlosen Liebe beschrieb: „Gott kommt ohne Waffen, weil er nicht von außen erobern, sondern von innen gewinnen, von innen her umwandeln will.“ Dadurch stehe Gott dem Menschen auf Augenhöhe gegenüber – ansprechbar, vertraut, nahe.

Weihnachten steht für Solidarität

Ein zentrales Motiv der Weihnachtsbotschaft sei nach den Worten des Diözesanadministrators die tiefe Solidarität Gottes mit den Menschen. „An Weihnachten zeigt sich Gottes tiefe Solidarität mit Mensch und Welt – eine Solidarität vor allem mit den Armen und Schwachen.“ Jesus werde selbst in armseligen Verhältnissen geboren und stelle sich später bewusst an die Seite der Kranken, Ausgegrenzten und Benachteiligten. „Das ist aus christlicher Sicht die tiefe Botschaft an Weihnachten: Gott ist ganz mit den Menschen solidarisch.“

Vor diesem Hintergrund mahnte er, Weihnachten nicht auf Konsum und Geschenke zu reduzieren. Mit Papst Franziskus erinnerte er daran, dass es an Weihnachten zuerst um den Blick für die Armen und Schwachen gehen müsse. Die Weihnachtsbotschaft appelliere an den Geist der christlichen Nächstenliebe: solidarisch zu sein mit Menschen, die in Not geraten sind, die geflüchtet sind oder in struktureller Armut leben. Angesichts einer wachsenden sozialen Ungleichheit seien Christinnen und Christen besonders gefordert, sich auf die Seite der Benachteiligten zu stellen. Als konkretes Beispiel nannte Rottler die Arbeit der Caritas, insbesondere die Allgemeine Sozialberatung, die allen Hilfesuchenden offenstehe. „Wenn wir aufmerksam sind, werden wir auch in unserer Nähe oder in unserem Bekanntenkreis Menschen finden, die Unterstützung brauchen – die Not kommt oft leise daher“, sagte er.

Zum Abschluss seiner Predigt näherte sich Rottler dem Weihnachtsgeheimnis aus theologischer Perspektive und zitierte den Theologen Karl Rahner: „Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in die Welt hinein gesagt. Und dieses Wort heißt: Ich liebe dich, du Welt und du Mensch.“

Die Christmette wurde musikalisch vom Eichstätter Domchor gestaltet. Zur Aufführung kamen die „Stille Nacht Messe“ von Wolfram Menschick, „Heilige Nacht“ von Friedrich Reichardt sowie weihnachtliche Liedsätze von Wolfram Menschick und Christian Heiß. Als Orgelwerk erklang das „Grand Chœur sur un thème de Noël“ von César Franck. Begleitet wurde der Chor von einem Instrumentalensemble mit Flöte, Klarinette, Horn und Orgel. An der Orgel spielte Domorganist Martin Bernreuther, die musikalische Gesamtleitung lag bei Domkantorin Deborah Faul.

Domsanierung

Von April 2019 bis Oktober 2024 wurde der Eichstätter Dom umfassend saniert. Nähere Informationen.